◊◊◊

Mutter, ich sehe, ich sehe dich,

dein schönes blaues Kleid,

das einzige, das du besitzt. 

Du hast es genäht,

bis es keinen Stern mehr gab, im Haus,

nicht wahr? Du Mutter, du Liebliche

in diesem schönen Himmelskleid,

ich schwör´s, du wirst mir immer

vor den Augen stehen. Du oder

der Traum von dir, oder

der Tag, an dem ich erwachte...

(Da stand dein lachendes Gesicht vor mir

und die Gardinen fingen an

staubig zu flattern, dich zu grüßen,

denn schrecklich warst du in deiner Schönheit).

 

Ich weiß es noch: als ich ganz klein war,

lud unser dummes Haus alle Vögel zu sich ein,

und du warst so froh!

Sie bauten Nester in seinen Augenhöhlen.

Jetzt ruft unser Haus nur dich

mit trockenen Lippen.

Es ruft dich  heim und du bleibst

auf immer da, wo du bleibst,

Mutter, Zärtliche,

in deinem zerschlissenen Veilchenkleid,

im besten von allen!

 

Deine kleinen Füsse gleiten

über die zerstreuten Sternenkugeln,

über Tränen und über Regentropfen.

 

Deine Füsse werden kleiner und kleiner.

So läufst du davon.

So läufst du entgegen.

Dein Lachen blendet.

 

 

 

 

 

 

 

Copyright © by Marjana Gaponenko